Über den Autor
Jochen Kocur
Ich sitze gern am Schreibtisch. Aber der Weg dorthin führt meist über irgendwo in der Welt.
Seit vielen Jahren fliege ich mit großer Freude, oft weit weg im weltweiten Einsatz, als Kapitän in der Business Aviation. Ich liebe es, mit Menschen zu kommunizieren. Später kamen Ausbilden und Prüfen dazu. Und das Schreiben, ohne dass ich es geplant hätte: Es hat sich einfach eingeschlichen.
Ein Kollege und ich schickten uns von den Reisen Fotos, nicht brav beschriftet, sondern mit kleinen, frei erfundenen Geschichten. Aus einem Reisefoto wurde eine Szene, aus der Szene die nächste. Alex schrieb die Schurkenrolle, und die hatte immer denselben Namen: „Dr. van Kluth“. Ich hatte „Phönix“, der alle Hände voll zu tun hatte, die Welt zu retten. Irgendwann passten die Geschichten nicht mehr in eine Nachricht. Plötzlich lag ein Manuskript da. Daraus wurde ein Buch.
Fotografieren mag ich, weil es nicht um das perfekte Motiv geht, sondern um den Moment, in dem man merkt, dass da etwas steckt. Ein Ort, eine Stimmung, jemand, der gleich um die Ecke kommt.
Zu Hause bin ich in Salzburg, mit meiner besten Freundin. Sie ist meine Frau. Wenn ich nicht fliege, schreibe oder fotografiere, zieht es mich zum Segeln, zum Wandern, zum Sport. Raus, Bewegung, Kopf frei.
Ich glaube, ich schaue deshalb so in die Welt, wie ich als Pilot gelernt habe hinzusehen: neugierig, mit offenen Augen, ein bisschen Fantasie und der leisen Gewissheit, dass hinter fast jedem Bild eine Geschichte wartet.
Jochen Kocur
Salzburg, 2026